Frage 3: Worin bin ich besonders gut?

Den meisten Menschen fallen auf die Schnelle nur ihre Schwächen ein. Wir sind einfach nicht darauf gepolt, mit unseren Stärken hausieren zu gehen. Das ist natürlich sehr traurig. Denn es wäre ja viel schlauer zu wissen, was man gut kann und diese Talente auch zu nutzen – anstatt sich darüber aufzuregen, in welchen Bereichen man eine Niete ist. Gerade als Journalist muss man einen Schimmer davon haben, worin man besonders gut ist. Sonst müht man sich am Ende mit Analysen über das Steuersystem ab, obwohl es einem viel mehr liegen würde, für den Kicker zu schreiben. Mein Kumpel Sven Becker (mittlerweile Redakteur beim Spiegel) fragte sich schon früh, wie man es schafft, den Zeitgeist einzufangen, einfach so, indem man über ihn schreibt. Sven wollte in unserer Studentenzeitung immer über Hochschulpolitik schreiben, mir schliefen schon beim Gedanken daran die Füße ein. Für Gefühle im Allgemeinen und Worte darüber im Besonderen gab es bei unserer Studizeitung zwei Experten, Marc Hohrath und mich. Uns ließen sie die Kolumne schreiben, wir machten allerhand Faxen. Also, was Sven früh erkannte, merkte ich dann auch irgendwann: Ich bin gut darin, Gefühle und Stimmungen einzufangen. Liebe, Freundschaft, Trennung, Hoffnung, Selbstzweifel, Leben und Tod. Solche Themen halt. Ob Angela Merkel gerade Zoff mit Obama hat, darüber können gerne die anderen schreiben. Und auch, wie die Aktien von irgendwelchen Riesenunternehmen stehen.

Meine zweite Superkraft ist mein Interesse an Menschen. Ich will wirklich etwas über sie wissen – und da ist es mir egal, ob H.P. Baxxter von Scooter vor mir sitzt oder eine Grundschullehrerin aus Oberbayern. Eine Freundin von mir arbeitet bei der Bunten, sie trifft ständig Prominente. Neulich begegnete sie dem Schauspieler Christian Berkel, den durfte ich vor ein paar Jahren für den Playboy interviewen. Meine Freundin erzählte mir hinterher, dass sich Berkel sofort an mich erinnern konnte und davon schwärmte, dass er tatsächlich das Gefühl gehabt hätte, dass sich da jemand für ihn interessiert und nicht bloß Fragen runterspult. So war es auch. Ich fuhr Christian Berkel von Berlin an die Ostsee (wo das Shooting stattfand) und wieder zurück. Wir saßen insgesamt acht Stunden im Auto, die ganze Zeit lief mein Aufnahmegerät. Ich wollte ihn wirklich kennenlernen, als Mensch und Schauspieler.

Hier sieht man mich beim Ausruhen von der langen Fahrt (mit Keksen). Den Strandkorb haben wir zur Garderobe umfunktioniert.

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Das alles klingt jetzt vielleicht angeberisch. Aber ich sagte eingangs ja, dass ich über meine Stärken sprechen möchte. Vielleicht nimmt jeder, der bis hierher mitgelesen hat, diesen Eintrag zum Anlass, über die eigenen Stärken nachzudenken. Man könnte sich auch vor den Spiegel stellen und minutenlang die tollsten Stellen des eigenen Körpers betrachten, anstatt die Problemzonen. Das wäre doch mal ein Anfang.

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Frische Texte Mai 2014

In JOY #06/14 gehe ich den wichtigen Fragen des Lebens nach:
1) Warum haben Frauen eine Männercheckliste?
2) Was finden Männer an Frauen unwiderstehlich? 
3) Wie werden alle Menschen glücklich?

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Meine neueste Kolumne auf Glitz TNT handelt davon, wie heilsam es sein kann, auf Facebook richtig Luft abzulassen.

In MYSELF #06/14 erkläre ich unter anderem, was ein „Manny“ ist.

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Frage 2: Was mache ich?

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Ich spreche mit Menschen. Klingt einfach und das ist es meistens auch. Die Kunst aber besteht darin, ihnen genau das zu entlocken, was sie noch keinem anderen gesagt haben. Gerade bei Prominenten ist das entscheidend. Bei Experten weniger. Die sollen erklären, was sie wissen. Hinterher übersetze ich das dann ins Deutsche und schreibe es so auf, dass es die Leser verstehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch eine spannende Geschichte zu erzählen hat. Sitze ich in der U-Bahn, würde ich gerne mein Gegenüber anquatschen und ihn oder sie darum bitten, mit mir über seine oder ihre Lebensgeschichte zu sprechen. Wann warst du zum ersten Mal richtig verliebt? Was ist deine größte Leidenschaft? Wie fühlt sich Scheitern an? Gibt es jemanden, den du ständig vermisst? Dazu hat doch jeder etwas zu sagen. Am allerliebsten spreche ich mit Jugendlichen. Sie haben eine wunderbare und sehr frische Sicht auf das Leben. Sogar todkranke Teenager zu interviewen hat mich glücklich gemacht.

Habe ich mit Menschen, Prominenten oder Experten gesprochen, schreibe ich einen Text. Je nach Auftrag und Medium kann das ein Interview, eine Reportage, ein Feature, ein Porträt oder ein Bericht sein. Das ist eigentlich schon alles. Oft schreibe ich auch Texte, ohne vorher mit jemandem gesprochen zu haben. Die handeln dann von dem, was ich persönlich denke oder erlebt habe. Wir Journalisten nennen das Kolumne oder Meinung.

Seitdem ich freie Journalistin bin, arbeite ich von Zuhause. Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich nicht in einem hektischen Großraumbüro malochen muss. Im Home Office höre ich die Musik, die ich mag. Und wenn ich mich konzentrieren muss, mache ich es mir mucksmäuschenstill. An manchen Tagen schreibe ich am liebsten im Schlafanzug. Hin und wieder brauche ich eine Kanne Tee oder Kerzenschein. Das wäre in einer Redaktion nicht möglich, richtig?

 

Frage 1: Wer bin ich?

Ich beginne mit der schwierigsten Frage überhaupt. Aber eben auch mit der spannendsten. Ich bin Kira, geboren am 4.4.1982 in hessisch Sibirien (Bad Hersfeld). Ich wuchs in Wiesbaden (gääähn!) auf, studierte in Bamberg (schööön!) und landete schließlich in München, um eine richtige Journalistin zu werden. Ich glaube ja, dass man journalist at heart sein muss. Aber besser ist es natürlich, wenn man ein Zeugnis von einer Journalistenschule vorweisen kann.

So lange konnte ich nicht warten. Ich gründete meine erste Schülerzeitung in der fünften Klasse. Das ist die Journalistin in mir, sie macht einen großen Teil aus. Ich bin aber noch mehr als Kira Kolumna.

Hunde, Pferde und Freunde sind meine große Leidenschaft. Fast 15 Jahre lang wurde ich von einem sehr weisen Rhodesian Ridgeback begleitet. Ohne Hugo ist das Leben ein bisschen trist. Zum Glück kann ich fast jeden Tag zu meinem Pferd aufs Land fahren. Ich bin ein Countrygirl – ein Leben ohne 4-Wheel-Drive und Pferdehänger kann ich mir nicht vorstellen. Während meiner Studienzeit nahm ich mit Fleur an Military-Turnieren teil. Heute haben wir für das viele Training keine Zeit mehr, lassen es aber trotzdem krachen. Meine Freunde sind mein Ein und Alles. Einen ganz besonderen Herzenfreund habe ich auch. Er weiß, wie ich im Schlafanzug aussehe und warum ich arg traurig werde, wenn ich „You’ll never walk alone“ höre. Über ihn schreibe ich oft Texte, die sich um Liebe drehen. Eigentlich schreibe ich ständig über alle meine Freunde. Meistens erfinde ich andere Namen für sie, aber nicht immer. Ich hoffe, sie achten mittlerweile nicht darauf, was sie mir erzählen und was nicht.

Ansonsten kenne ich mich mit Skifahren, Pfannkuchen, Friedrich Schiller, Mascha Kaléko und Didi Hallervorden aus. Ich stehe auf Teatime, Jazzmusik, Mixtapes, das Bürgerliche Trauerspiel, Trenchcoats von Burberry und Romane von Jane Austen.

Und so sieht mich meine Freundin Caro:

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Hello Courage

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Journalisten fällt es leicht, über andere Menschen zu schreiben und dabei immer die richtigen Worte zu finden. In den vergangenen Monaten wollte ich immer wieder meinen eigenen Blog starten. Doch über mich selbst zu schreiben fällt mir schwer. Wer bin ich? Was mache ich? Worin bin ich besonders gut? Das sind die Fragen, die ich beantworten möchte. Dazu braucht es natürlich Mut. Hello Courage.

Also, willkommen auf meinem Blog. Hier möchte ich darüber erzählen, welche Gedanken ich mir beim Schreiben und Recherchieren mache und was mir bei meiner Arbeit alles passiert. Und wo ich gerade aktuell veröffentliche, darüber berichte ich natürlich auch. Viel Freude beim Lesen!